Digitale Geschäftsmodelle

Das digitale Zeitalter prägt die Art, wie wir heute wirtschaften. Sowohl bereits etablierte als auch angehende Unternehmer stehen daher grundsätzlich vor der Frage, wie sie ihre Geschäftsmodelle konsequent auf die Digitalisierung und ihre Chancen abstimmen können. Wir erklären, was es mit digitalen Geschäftsmodellen auf sich hat, untersuchen die wichtigsten Erfolgsfaktoren und stellen konkrete Geschäftsmodelle vor, die für Gründer und Unternehmer heute besonders wichtig und attraktiv sind.

 

Das Internet hat unser Leben in vielen Bereichen stark verändert. Einkaufen, die Beschaffung von Informationen, die Verbreitung eigener Inhalte oder die Pflege sozialer Kontakte sind nur einige Beispiele für Lebensbereiche, die durch die Digitalisierung einem starken Wandel unterliegen. Und natürlich hat sich die Digitalisierung auch auf die Businesswelt ausgewirkt. Hier können wir mittlerweile feststellen, dass es immer mehr digitale Geschäftsmodelle gibt. Diese nutzen das Internet oder andere digitale Strukturen, um Umsätze und Gewinne zu generieren.

 

Digitale Geschäftsmodelle haben häufig den Vorteil, dass sich hier bereits mit wenig Komplexität viel erreichen lässt. Wer zum Beispiel einen Online-Shop launcht, hat es mit einem deutlich geringeren Aufwand zu tun, als der stationäre Einzelhänder, der einen Laden eröffnet. Auch die Verwaltungsstrukturen sind bei digitalen Geschäftsmodellen häufig weniger komplex.

 

Erfolgsfaktoren für digitale Geschäftsmodelle

Digitale Geschäftsmodelle funktionieren ganz anders, als ihre analogen Vorgänger. Mitunter haben wir es dabei mit Modellen zu tun, die ein traditionelles Geschäftsfeld einfach nur modernisieren und mit digitalen Möglichkeiten ergänzen. Häufig geht es aber auch um Geschäftsmodelle, die ohne die Digitalisierung gar nicht erst möglich wären. In jedem Fall gelten für digitale Geschäftsmodelle ganz eigene Erfolgsfaktoren. Besonders wichtig ist hierbei die starke und stabile Vernetzung mit Kunden und Geschäftspartnern. Dabei kommt es vor allem darauf an, anstelle von Produkten eher Lösungen anzubieten. Gelingt es einem Anbieter, durch eigenständige Services einen hohen Kundennutzen entstehen zu lassen, dann bieten sich gute Marktchancen.

 

Im Folgenden stellen wir einige Beispiele für Businessbereiche vor, die stark von digitalen Geschäftsmodellen geprägt sind und die mit erheblichen Chancen verbunden sind.

 

Online-Handel

Der E-Commerce kommt fast jedem zuerst in den Sinn, wenn es um digitale Geschäftsmodelle geht. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Geschäften, die bereits als Web-Shops gegründet wurden und solchen, die als klassische Läden begonnen und ihre Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung auf das Netz ausgedehnt haben. Der Online-Handel ist aber auch in sich selbst einem stetigen Wandel unterworfen. Hier werden ständig neue Geschäftsmodelle entwickelt und neue Technologien integriert.

 

Plattformen und Marktplätze

Bietet man im Internet lediglich den äusseren Rahmen für die Geschäftstätigkeit anderer, dann handelt es sich hierbei um eine Plattform. Hier steht nicht der Verkauf eigener Produkte im Vordergrund. Stattdessen bietet man Händlern auf der einen Seite eine technische Infrastruktur und auf der anderen Seite eine bestimmte Reichweite. Solche Plattformen müssen sich nicht auf den Verkauf von physischen Waren beschränken, sondern können auch Dienstleistungen vermarkten oder Kontakte vermitteln.

 

Freemium Geschäftsmodelle

Unter Freemium Geschäftsmodellen versteht man solche, bei denen die grundlegende Leistung kostenlos angeboten wird. Will man als User dagegen in den Genuss besonderer Features oder Funktionen gelangen, dann muss man hierfür bezahlen. Anschauliche Beispiele hierfür sind Streaming-Dienste, deren Angebote gratis zur Verfügung stehen, wenn man die eingebettete Werbung oder Einschränkungen in der Ton- oder Bildqualität hinnimmt. Erst für den zahlenden Kunden wird hier der komplette Service freigeschaltet.

 

Geschäftsmodelle auf der Basis von Daten

Daten sind zum wichtigsten Rohstoff unserer Zeit geworden und wurden damit gleichzeitig auch zur attraktiven und kostbaren Ware. Wer heute grosse Mengen an Daten generiert, verarbeitet, qualifiziert und zur Nutzung anbietet, der macht Gebrauch von einem Geschäftsmodell, das in der näheren Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen wird. Hier bleibt allerdings abzuwarten, wie sich die Duldsamkeit der Verbraucher und die rechtlichen Rahmenbedingungen in der nächsten Zeit entwickeln werden.

 

Abonnements und Mitgliedschaften

Es gibt eine ganze Reihe an Dienstleistungen und auch Waren, die wir nicht einmalig, sondern immer wieder benötigen. Die Bandbreite reicht hierbei von haushaltsnahen Dienstleistungen über Streaming Dienste bis hin zu Windeln, Rasierklingen, Kaffee, Tee, Wein oder Blumen. Ein spannendes Geschäftsmodell unserer Zeit besteht darin, diese Dinge per Abonnement oder Mitgliedschaft anzubieten und sich auf diese Weise verlässliche Umsätze und Auftragsplanungen zu verschaffen.

 

Geschäftsmodelle auf der Grundlage von Pay per Use

Ein wichtiger gesellschaftlicher Trend geht in die Richtung, dass man nicht jedes Produkt, das man gelegentlich nutzt, auch zwangsläufig erwerben muss. Stattdessen gibt es immer mehr Geschäftsmodelle, bei denen Dinge oder Dienstleistungen nur vorübergehend genutzt und entsprechend auch nur abhängig von der Nutzung bezahlt werden. Solche Systeme entdeckt man zum Beispiel im Bereich Carsharing, aber auch wenn es darum geht, teure Geräte, Maschinen und Werkzeuge oder auch Kleidung und Schmuck zu leihen statt zu kaufen.

 

Add On Geschäftsmodelle

Von Add On Geschäftsmodellen spricht man dann, wenn dem Kunden auf der einen Seite ein preiswertes Basisprodukt angeboten wird, das er auf der anderen Seite kostenpflichtig an seine individuellen Bedürfnisse anpassen kann. Gerade im Bereich Software sind solche Businessmodelle sehr beliebt. Man nutzt die Basisversion zu besonders günstigen Konditionen und bucht flexibel immer genau die Module hinzu, die aktuell benötigt werden. Anbieter senken auf diese Weise die Einstiegsbarrieren für ihre Neukunden und gewinnen auf der Kostenebene eine wirksame Argumentation.

 

Versteigerungen im Internet

Man kann nicht gerade behaupten, dass es sich bei Auktionen um eine moderne und innovative Form des Verkaufs handelt. Allerdings hat das Internet dieser ehe traditionellen Handelsvariante eine ganz neue Perspektive verliehen. Solche Online-Auktionen sind wirtschaftlich dabei sowohl für den Verkäufer als auch für den Anbieter entsprechender Plattformen sehr lukrativ. Gleichzeitig sind Versteigerungen im Internet für den Verbraucher aufgrund der spielerischen Elemente und dem Bedürfnis, die Auktion zu gewinnen, sehr spannend und attraktiv.

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